Alles war schwarz. Kein Raum, keine Zeit. Und da standen sie.
Gewaltig erhoben sich diese imposanten Figuren wie riesige Statuen in einer zeitlosen Wüste. Die leeren Augenhöhlen starrten mich an, während die weißen Marmorknochen gespannt in meiner Richtung warteten. Ihre Speere waren monumental.
Mein Herz fing an zu rasen. Ich rannte. Wieder mal. Nur diesmal war es anders. Meine Füße fanden keinen Widerstand, die Schritte waren zwar lang wurden aber immer langsamer. Sie waren hinter mir her. Sie kamen näher und näher. Warum waren sie so schnell? Ich konnte sie nicht mal hören. Leise schritten sie schneller und schneller. Ich konnte ihre Speere im Rücken spüren. Ich sah da keinen Ausweg. Nur schwarz.
Als ich die Augen öffnete befand ich mich inmitten einer trostlosen schwarzen Landschaft. Himmel und Erde waren so schwarz, dass man nicht sagen konnte wo die Grenze zwischen den beiden war außer für ein paar orange Nuancen die wahrscheinlich aus einer weit entfernten Sonne kamen. Vor mir erstreckte sich eine Schlange aus hellem Sand die über den Horizont führte und da ich keine anderen Möglichkeiten sah, beschloss ich diese entlangzuwandern. Ich kann nicht sagen wie viel Zeit verging, bis ich eine Veränderung der Landschaft bemerkte. Es hätten 5 Minuten sein können, 30 Minuten oder sogar ein paar Stunden oder Tage. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob ich diesen Weg gegangen war, oder ob der Weg an mir vorbeigezogen war; ich weiß nur, dass ich plötzlich vor einem Vulkan stand.
Er stand vor mir, majestätisch. Gigantisch. Riesig. Und schwarz, wie alles andere. Aus dem Krater konnte ich ein leichtes orangenes Flimmern erblicken, als würde der Maler dieses Bildes, den Himmel mit dem tiefsten Inneren der Erde verbinden wollen. Der Weg machte hier eine Wende nach links als würde dieser einsame Vulkan, der wie ein König diese Landschaft dominierte, nur eine einfache Ausstellungsfigur in einem Museum sein. Gehorsam folgte ich dieser hellen Linie ins Unbekannte. Es war hypnotisch. Stundenlang diesem hellen Strich zu folgen und nichts anderes mehr sehen. Man konnte nichts riechen oder jegliche Lebenszeichen spüren: kein Wind, keine Sonne, kein Regen, kein Schweiß, keine Anzeichen auf Durst oder Hunger. Es war, als würde man in einem Gemälde gehen. Man sieht den Weg und den Hügel oder Horizont und will wissen, was sich dahinter versteckt, man bekommt es aber nie zu den Augen.
Und endlich sah ich es. Links vom Weg befand sich ein griechischer Tempel in weißem Marmor. Das Dach war geschlossen aber anstatt von Wänden, waren hier nur Säulen im ionischen Stil zwischen denen junge Männer gerade mit einem orangenen Ball spielten. Sie schienen mich nicht zu bemerken und jeder Versuch mit ihnen zu kommunizieren, scheiterte. Sie hatten nicht vor ihr spiel zu unterbrechen. Also beschloss ich wieder weiterzugehen.
Ich ging den üblichen Weg entlang, bis ich bemerkte, dass diesmal schon eine Burg in Sicht war. Natürlich war auch diese pechschwarz und unterschied sich nicht von der Landschaft. Ich brauchte nicht lange, um dort anzukommen und wurde sofort reingelassen. Die Bewohner waren aufgeregt. Sie rannten hin und her, ohne sich zu wundern, warum ich hier war. Sie schienen besorgt zu sein. Und da sah ich es. Eine riesige Armee aus schwarzen Orks durchquerte den Horizont. Schwer bewaffnet. Furchtlos. Hass sahen wir in ihren Augen, Stärke in ihren Kriegsmalen. Sie waren gefühllose Kampfmaschinen, die alles tun würden, um uns bis aufs Letzte zu vernichten. Sie marschierten schnell mit ihren blutigen Waffen und ihre Rüstungen aus menschlichen Schädeln. Ich spürte einen kalten Schauer meinen Rücken durchlaufen. Es war so als würden sie in unsere Seelen blicken können. Als würden sie über die Aussichtslosigkeit unserer Situation lachen, aber ihre Gesichter waren kalt, wie versteinert. Endlich schrie einer von uns und alle rannten zum Tor, um es zu verschließen. Ich war da. Ich spürte die Körper meiner Kameraden mich gegen das Tor drücken. Es durfte sich nicht öffnen. Wir konnten nicht aufgeben. Der Druck der Ramme dieser Riesen war zu stark für uns. Mit aller Kraft druckten wir uns gegen unsere letzte Hoffnung. Und mit aller Wucht rammten diese Bestien gegen sie, bis es nachgab.
