Der Himmel war bewölkt und die Sonne weigerte sich, uns mit ihren Strahlen zu erwärmen, um sich lieber hinter den riesigen schwebenden Wasseransammlungen zu verstecken. Der Wind verhielt sich nun nicht mehr so liebevoll und spielend, sondern blies wütend und gewaltvoll auf unsere schweißgetränkten Körper. Die Kälte stach tief in unseren Poren, während sich die Muskeln entspannten und langsam aufwachten, um vor Schmerzen zu schreien. Wir wussten nicht, wie lange wir schon unterwegs waren. Wir wussten nicht, wie lange wir dort liegen blieben. Wir hatten jegliches Zeitgefühl verloren. Die Wolken ritten vor unseren Augen davon, der Himmel verfärbte sich in einem Kaleidoskop aus Wolken und Sterne.
Als wir aufwachten war die Sonne hoch am Himmel und wieder oder noch immer von Wolken bedeckt. Die Strahlen waren intensiver und stärker und der Wind ruhte in seiner Festung. Mein Gesicht war in diesem Konglomerat von Licht und Wärme eingehüllt, es fühlte sich, als würden meine Poren danach greifen, um es für die Ewigkeit zu konservieren.
Auf der rechten Seite befand sich ein grüner nicht allzu großer Berg, der lächelnd vor sich hinsaß und eine kleine Straße. Auf der Linken ein paar Häuser und ein weißer Strand, der ruhig auf den opalgrünen Ozean blickte. Keine Menschen. Das Dorf sah nicht verlassen oder ungepflegt aus, nur menschenleer. War das der richtige Ort? Welche Richtung war die Richtige? Welche Straße hätte mich ans Ziel gebracht? Könnte ich zurückkehren, wenn ich die Falsche gewählt hätte? Ein kurzer Blick reichte mir, um mich zu überzeugen, dass die rechte Straße die Richtige war. Ich griff nach dem Leinensack und machte mich auf den Weg.
Ich konnte schon die Gabelung erblicken, die den Weg zum Berg eröffnete als ich einen gelben Fleck sah. Die Farbe war so stark, dass die Augen lieber in Flammen aufgegangen wären. Man konnte nicht erkennen, was es war, aber es wurde immer größer und größer je mehr ich mich näherte. Es war sehr schwer darauf zuzugehen, ohne etwas zu sehen. Plötzlich stand ich davor und konnte es deutlicher erkennen als zuvor. Dieses ovale Goldstück war mindestens einen Meter lang und 10 Zentimeter dick. Ich beschloss, es mitzunehmen und den kleinen Berg zu erklimmen auf dem ich noch weitere Goldstücke fand.
Der Weg war hart und wurde schlimmer je mehr Goldstücke ich trug. Ich musste völlig verwüstet an der Spitze ankommen, um festzustellen, dass dieser nicht der richtige war.
Tagelang irrte ich herum, bis ich mich wieder in der Stadt befand.
Der weiße Sand kreischte unter meinen Füßen, im vergeblichen Versuch mir etwas mitzuteilen, während der süßliche Geruch des salzigen Wassers meine Nase durchbohrte. Ich stand da und blickte auf die unendlich grüne Flüssigkeit, die sich vor meinen Augen windete. Ich bereute nicht, die Goldstücke hinter mir gelassen zu haben, aber wo sollte ich hin? Meine Füße begannen sich selbständig Richtung Ozean zu bewegen. Die lauwarme Flüssigkeit klopfte ungeduldig an meine Beine. Die Sonne stand gleichgültig hinter meinen Schultern hoch am Himmel. Rechts von mir gingen die Bäume an mir vorbei, die Bucht, die Leute. Die Bucht, die Leute? Ich blickte erneut. Alle waren am Strand der Bucht und starrten mich an.
Der Häuptling trug einen prächtigen Kopfschmuck aus grünen Blättern und rosaroten Blüten. Ich brauchte Ihn nur anzusehen und schon wusste ich alles was zu wissen war. Er gab mir einen Beutel voller Samen im Tausch zu dem Schwan. Er begann, die Samen überall zu verstreuen, sogar auf dem Wasser und überall blühten die wundervollen rosaroten Blumen auf.
Plötzlich war alles vernebelt, meine Sicht verringerte sich mehr und mehr bis zum Verschwinden.
